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Auf der Suche nach einem Raum, in dem die Zeit still steht, in dem Dinge noch in der Schwebe sind und auf ihren Einsatz warten, stieß ich auf den Schrank. Kinder benutzen ihn zum Beispiel als Versteck und als Terrain, in dem Dinge entdeckt werden können. Für mich wurde das Möbelstück zu einem persönlichen Moratorium, einer Art Experimentierkiste oder Bühne für ein fiktives Schauspiel. In seinem Inneren vollziehen Kleidung, Accessoires und Gegenstände die Verwandlung vom Harmlosen ins Unheimliche, und Dinge erwachen im Verborgenen zum Leben.

Man kann die daraus entstandenen Fotos so betrachten, als stellten sie die Chronik einer verschrobenen Familie dar, konzipiert waren sie jedoch als einzelne, voneinander unabhängige Porträts, die Personen darstellen, ohne sie zu zeigen. Der Betrachter wird zum Voyeur, der einen kurzen, aber intimen Einblick in das Leben anderer erhält. Die Bildelemente erinnern ihn an eigene Erlebnisse aus der Vergangenheit und ziehen ihn quasi mit in das Bild hinein.

Die Arbeit entstand im Rahmen meines Diploms, 2008.